Japanisch lernen – welche Möglichkeiten gibt es – und wie findest du heraus, welche die richtige für dich ist?

(Vorsicht, länger)

Möglichkeiten, Japanisch zu lernen gibt es wie Sand am Meer. Und nicht jede Möglichkeit passt für jeden.

Jeder hat andere Vorlieben und Beschränkungen, die es zu berücksichtigen gilt.

Zuerst einmal deine Vorlieben:

Frage eins: lernst du lieber alleine oder gemeinsam mit anderen?

Alleine lernen bedeutet, dass du dich nicht an andere orientieren brauchst/musst. Es lenkt dich keiner ab. Außer natürlich, du lässt dich gerne ablenken – durch Handy, Spiele, haushaltliche Verpflichtungen etc. So nenne ich es, wenn ich eigentlich etwas tun müsste, aber dann fällt mir ein, ich könnte ja die Wäsche waschen, weil die sich schon zu einem Berg gehäuft hat, der dem Fuji Konkurrenz macht.

Aber dann ist das Flusensieb voll und ich muss es reinigen – dann verstopft sich womöglich noch der Abfluss, das Waschbecken sieht auch aus, als hätte es die letzten 2 Wochen keiner gereinigt (was wohl stimmt XD), oder der Müll ist voll – und schon mache ich den Haushalt, obwohl ich eigentlich ein neues Lernvideo aufnehmen hätte wollen XD) – andere sagen auch Prokrastination dazu. Dagegen kann man etwas tun. Sich wirklich die Zeit nehmen, die wichtig sind für die Dinge, die man erreichen will. Ich will die besten Japanischlernvideos und Bücher machen, die es auf der Welt gibt (Weltherrschaft und so :D).

Darauf besinne ich mich dann und stelle mir vor, wie dann andere viel einfacher Japanisch lernen können, wenn ich an meinen Büchern und Videos arbeite. Oder daran, dass mich mehr Leute in Fukui besuchen kommen und ich ihnen Fukui zeigen kann, wenn ich mehr poste.

Also gibt es jetzt bei uns mehr Arbeitsaufteilung. Sohn räumt den Geschirrspüler aus, kocht/hilft manchmal beim Abendessen. Mein Mann macht von Zeit zu Zeit die Wäsche! In letzter Zeit kann er auch schon – fast – so gut wie ich das Waschmittel, und die anderen Zusätze richtig mixen, die ich verwende, um den unangenehmen Geruch aus den Handtüchern zu bekommen.

Unsere Waschmaschine wäscht leider nur mit kaltem Wasser– eine der Dinge, die ich lieber österreichisch statt japanisch hätte. Und dank einer Beschwerde des Freundes eines Freundes über seine Freundin – dass sie einfach immer das gebrauchte Handtuch zerknüllt, anstatt es zum Trocknen aufzuhängen – machen wir das nun auch – und gemeinsam mit dem Gebräu (so nennt es mein Mann – man könnte dazu auch Giftmischung oder Hexengebräu sagen XD) wird das Müffeln der Handtücher bei jedem Waschgang etwas besser!

Gemeinsam mit anderen lernen kann bedeuten, dass jemand besser oder schlechter als du ist, und dies das Lerntempo für dich zu langsam oder zu schnell macht. Andererseits kann es auch sein, dass du dich nicht traust, vor anderen Fragen zu stellen, oder hast Angst, etwas Falsches zu sagen. Jedoch fragen vielleicht andere Fragen, auf die du gar nicht gekommen wärst. Es gibt immer Leute, die gesprächig(er) sind und wiederum andere, die (fast) gar nichts sagen. Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Leute, die häufiger Fragen stellen und einfach mal drauf lossprechen, schneller Fortschritte machen, als die, die lieber nichts sagen.

Es kann aber auch sein, dass diese mit der Zeit auftauen, besonders wenn die Lehrkraft sie freundlich motiviert und auf solche Leute eingehen kann. Dazu muss die Gruppe klein genug sein – bei einer großen Gruppe ist das eher schwieriger. Oder solche Leute sind mit Einzelunterricht besser dran. Klar gibt es auch immer wieder Teilnehmer, die durch Fragen oder Anmerkungen, die mit dem Kurs oder dem aktuellen Stoff nichts zu tun haben, den Unterricht aufhalten können. Und ganz klar kommt es auch auf die Qualität der Lehrkraft, der Unterlagen und dem Umfeld (Lehrplan, Methoden) an, ob der Unterricht für dich passt.

Das wirft auch die Frage auf, ob du lieber einen Nativespeaker oder eine deutschsprachige Person als Lehrer willst.

Vorteil Nativespeaker: perfekte Aussprache, weiß (normalerweise immer) was natürliches Japanisch/richtig ist.

Nachteile Nativespeaker: hat Japanisch nie als Nicht-Nativespeaker gelernt. Es fehlt also die Erfahrung, wie es ist, in deinen Schuhen zu sein. Zu wissen, was in einem nichtjapanischen Gehirn vorgeht beim Japanischlernen. Viel kann durch Erfahrung wettgemacht werden, aber nicht alles. Manche Dinge muss man einfach am eigenen Leib erlebt haben, um zu wissen, wie sich die andere Person fühlt und was sie braucht.

Vorteil deutschsprachige Person: War selbst mal in der Situation, wo du gerade bist. Weiß, was am besten funktioniert, oder wo Fehler passieren können (weil eben selbst schon mal gemacht). Weiß aus eigener Erfahrung, wie man Japanisch lernt als Nichtjapaner.

Nachteil deutschsprachige Person: kann nicht immer perfekt Japanisch, weiß auch nicht immer, was 100 % natürliches korrektes Japanisch ist, besonders, wenn es sich um (sehr) fortgeschrittenes Japanisch handelt.

Je mehr Unterrichtserfahrung eine Person hat, desto geringer werden die Unterschiede zwischen Nativespeaker und deutschsprachiger Person. Ein großer Unterschied: die Motivation, warum eine Person Japanisch unterrichtet: ist es nur ein „Job“, oder eine Lebensaufgabe, eine Berufung? Viele Nativespeaker, besonders außerhalb Japans, werden Japanischlehrer, weil sie keinen Job gefunden haben, wofür sie ursprünglich ins Ausland gekommen sind. Das ist nichts Verwerfliches, nur ist die Motivation eine andere, als wenn jemand aus eigener Erfahrung weiß, wie das Erlernen der japanischen Sprache das Leben positiv verändern kann. (Wink mit dem Zaunpfahl – ich XD)

Mein Tipp: suche dir als Anfänger bis ungefähr B1 Niveau eine deutschsprachige Person mit viel Erfahrung – besonders für Grammatikerklärungen, dann wechsle zu einem Nativespeaker (ebenfalls wieder mit viel Erfahrung). Woher du weißt, ob die Person Erfahrung hat? Es sollte vor Buchung eine Möglichkeit geben, dies nachzulesen, oder durch einen Schnupperkurs dies selbst rauszufinden. Meist merkt man sehr schnell, ob jemand etwas gut erklären kann, oder nicht. Und klar kommt es immer darauf an, ob dir jemand sympathisch ist 😊

Bei unserem Jahreskurs kommen die Erklärungen von mir (voraufgezeichnete Videos), das Sprechen üben entweder mit unserer erfahrenen Lehrerin Conny, oder unserer japanischen Nativespeakerin Elli, die mit jeweils einem japanischen und österreichischen Elternteil aufgewachsen ist. Zwischendurch bin auch ich immer selbst wieder mit dabei, und biete Spezialunterricht an, wo wir uns besonders schwierige Themen ansehen, oder Dinge, die ich besonders gerne unterrichte – z.B. lesen auf Japanisch (das deckt dann alles ab – Vokabeln, Grammatik, Kanji, Lesen/Aussprache, Verstehen). Bei uns unterrichtet jede Lehrkraft das, was sie am besten kann und liebt.

Und nicht zuletzt: Bevorzugst du Computer/Apps oder lieber Menschen? Sprichst du lieber in eine App rein/mit einer KI/AI, oder doch mit einem echten Menschen?

Frage zwei: lernst du lieber zu Hause oder ist es besser für dich, wenn du irgendwo hinmusst?

Zu dieser Frage gilt teilweise auch meine Antwort von Frage eins. Ablenkung oder keine Ablenkung zu Hause. Es geht aber auch darum, wie weit du fahren müsstest, um zu einem Kurs oder anderer Lernmöglichkeit zu kommen. Gibt es einen gleich bei dir um die Ecke, oder musst du dich für 1 Stunde ins Auto setzen, um dorthin zu kommen? Es handelt sich dabei um Zeit, die du für etwas anderes verwenden könntest.

Und dann gibt es Leute, die MÜSSEN raus aus dem Haus, weil sie erstens zu Hause und zweitens alleine nicht lernen können. Sei das mangelnde Motivation, Disziplin, oder weil sie gerne unter Menschen sind, und/oder sie diesen Lernstil einfach bevorzugen, weil sie damit bessere Ergebnisse erzielen.

Frage drei: Brauchst du genaue Vorgaben oder ist es dir lieber, du kannst dir selbst einteilen, wann du was lernst?

Hier geht es darum, wie gut du dich selbst im Griff hast und dich selbst managen kannst. Brauchst/bevorzugst du jemanden, der Lernschritte für dich plant und dir sagt, wie du was wann und in welcher Reihenfolge am besten lernst? Oder willst du dir alles genau so richten, wie du es brauchst? Genau diese Lernmaterialien, genau zu dieser Zeit, genau diese Menge an Vokabeln, Grammatik, Sätzen, Dialogen etc. Macht es dir Spaß, durch den Buchladen zu gehen und dir dort passende Bücher auszusuchen – UND mit diesen dann auch konsequent zu lernen? Oder viel Zeit für Recherche aufzuwenden, um die passende App, die passenden Videos Stück für Stück herauszusuchen? Hast du die Zeit dazu? Hast du die notwendige Expertise, um herauszufinden, ob das, was du gefunden hast, dir wirklich hilft, dein Ziel zu erreichen?

Frage vier: was ist dein Ziel und wie schnell willst du es erreichen?

Ist dein Ziel, mal in Japan zu leben und zu studieren/arbeiten? Oder soll es erst mal „nur“ als Vorbereitung für eine Japanreise sein? Willst du Anime/Manga auf Japanisch verstehen können?

Deine Ziele können sich auch ändern. Manch einer fängt einfach mal an und kommt dann drauf, dass Japanisch lernen die beste Sache ist, die ihm/ihr jemals passiert ist. Oder das Gegenteil: die erste Motivation ist so riesig, dass du am liebsten sofort jetzt auswandern möchtest, und dann kommst du nach einiger Zeit drauf, dass Japan dann doch nicht dein Traumland war, weil dort Urlaub machen und dort leben/arbeiten doch wieder was ganz anderes sind.

Nun zu den Beschränkungen:

Wie viel Zeit hast du pro Tag/Woche/Monat zum Japanischlernen?

Je weniger Zeit und je größer dein Ziel ist, desto effizienter sollte dein Japanischlernen gestaltet sein. Sprich: Zeit wirklich fürs Lernen verwenden, anstatt erst mal herausfinden zu müssen, was du lernen sollst, und dann wie. Vokabeln nachschlagen, fehlende Grammatikerklärungen nachschlagen – suchen/googlen.

Ist dein Ziel, ein bisschen sprechen zu können und vielleicht das ein oder andere Zeichen lernen zu wollen bis zum Urlaub in einem halben Jahr? Dann genügen pro Woche 1-2 Stunden, vielleicht mit einem Kurs, wo das Tempo eher gemächlicher ist, oder ein Buch, wo du pro Woche ein paar Seiten machst. Oder eine App – wobei da das Sprechen meist zu kurz kommt. Du siehst, auch hier kommt es drauf an, was genau „ein bisschen sprechen“ für dich bedeutet. Und welche Zeichen willst du können? Was willst du in Japan dann können? Ein paar Wörter auf der Speisekarte entziffern (das geht auch mit Apps), oder willst du wissen, wo der Ausgang ist, welche Toilette für welches Geschlecht ist, welcher Knopf im Aufzug Tür auf oder zu bedeutet (und du nicht ständig den falschen drückst – ich spreche da aus Erfahrung – von meinem ersten Japanaufenthalt XD) – oder ob die Tür sich durch Drücken oder Ziehen öffnet, etc.

Wie viel Geld hast du zur Verfügung/möchtest du fürs Japanischlernen ausgeben?

Ist dein Budget Null (aus welchen Gründen auch immer – da geht es nicht nur drum, wie viel Geld du tatsächlich hast, sondern wie du es auf all deine Wünsche/Bedürfnisse aufteilst), dann bist du auf kostenlose Apps beschränkt. Das ist natürlich besser, als gar nichts zu tun. Und es gibt sicher auch Leute, die mit null monetärer Investition ein gewisses Niveau auf Japanisch erreicht haben. Der Großteil der Leute, die mit gratis Möglichkeiten lernt (gratis bedeutet einfach, dass nur ein beschränkter Zugriff auf Lernmöglichkeiten besteht – oder man mit etwas lernt, das eigentlich etwas kosten würde, man sich aber illegal Zutritt dazu verschafft – siehe digitale Scans von Büchern – das ist schlicht und einfach Diebstahl – stell dir vor, du verbringst Tage, Wochen, Monate, Jahre damit, etwas zu erschaffen, und dann verwendet es jemand anderer, ungefragt und ohne dich dafür zu bezahlen), gibt sehr rasch wieder auf, oder kommt nach einem mehr oder weniger langem Zeitraum drauf, dass sie trotz der Zeit, die sie investiert hat, ihr Ziel nicht erreicht hat.

Meist gilt die Devise: das, was du investiert hast, bekommst du auch wieder zurück. Jedoch ist es nicht Zeit + Geld = Ergebnis, sondern meiner Erfahrung nach Zeit x Geld = Ergebnis.

Im Endeffekt ist es immer: Wichtigkeit&Dringlichkeit -> zeitliche/monetäre Möglichkeit -> Auswahl der Lernmöglichkeit(en)

Und zum Schluss: gibt es die Art von Japanischunterricht, die du möchtest, für deine zeitliche und örtliche Verfügung?

Wenn nicht, braucht es einen Kompromiss, der deinen Möglichkeiten am ehesten entspricht.

Aber egal, welche Möglichkeit(en) du dir zum Lernen aussuchst: wichtig ist, dass du nach einiger Zeit evaluierst. Und zwar, ob du damit am richtigen Weg bist. Egal, was dein Ziel ist. Was dir nicht passieren soll: dass du bereits viel Zeit (und Geld) für etwas investiert hast, aber nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt hast. Einfach genau so weiterzumachen und zu hoffen, dass sich etwas ändert, wird meist nicht passieren. Das trifft aufs Japanischlernen zu, aber auch auf alles andere im Leben. Also passe deine Lernmöglichkeit(en) an. Evaluiere, wie du lernst, wann/wo/womit/mit wem. Ist es vielleicht doch besser allein – oder mit anderen? Mit Lehrer – ohne Lehrer. Zu Hause, oder an einem anderen Ort. Mit Buch, Kurs, App, Videos? Du hast zu wenig Zeit? Durchleuchte deinen Tag, deine Woche. Wie könntest du deinen Tagesablauf anders gestalten? Was „frisst zu viel Zeit“? Wo könntest du etwas kombinieren? Lernen auf dem Weg zur Arbeit? Lernen auf der Toilette (kommen dir nicht am Klo die besten Ideen – oder in der Dusche?) Dir fehlt der Fokus, du prokrastinierst? Hast du zu viel um die Ohren? Macht dir etwas Sorgen? Kannst du das ausklinken, oder solltest du dich vielleicht zuerst darum kümmern? Schaffst du das allein, oder brauchst du Unterstützung? Um Hilfe zu bitten, ist nichts Schlechtes (aber für viele von uns oft nicht so einfach).

Die Lernmöglichkeiten bei Japanischlernen.at sind vielfältig.

Es ist quasi für jeden etwas dabei.

Günstig: unsere Bücher. Auch wenn sie vom Preis her teurer als andere sind – aber wie heißt es so schön – Qualität hat ihren Preis – und die Druckkosten sind bei so vielen (Farb)seiten leider hoch.

Niedrig-Mittelpreisig: Selbstlernkurse

Mittelpreisig: Unser Jahreskurs (Selbstlernen + Betreuung + Livetermine)

Mittel-Hochpreisig: Livekurse in der Gruppe

Hochpreisig: Einzelunterricht

Was wir am meisten verkaufen: unsere Jahreskurse.

Besonders unser Jahreskurs ist für die Leute, die ziemlich motiviert sind und in relativ kurzer Zeit große Fortschritte machen möchten, aber aus zeitlichen/arbeitstechnischen Gründen weder auf die Uni zum Studieren, noch nach Japan direkt können. Auf Volkshochschulen u.ä. ist das Tempo um einiges geringer, und dort wird meist auch die Schrift (Kanji) links liegen gelassen. Dort wird aber auch nicht so in die Tiefe gegangen (und bei meinem Stolz als Japanischlehrerin: dort sind die Erklärungen, das Material etc. natürlich nicht so gut wie bei mir XD)

Aber egal, wo du gerade beim Japanischlernen stehst: ich helfe dir gerne und beleuchte deine aktuelle Lernsituation. Schreibe mir, wie du gerade lernst: Lernmaterial, wie viele Stunden pro Tag/Woche und was genau deine Probleme sind. Das ist der erste wichtige Schritt. Vielleicht fällt dir da schon auf, was du anders machen könntest. Sag mir auch, was dein Ziel, wo du gerade stehst und ob du dir einen Zeitpunkt gesetzt hast, bis wann du es erreichen möchtest.

Du weißt nicht, was dein aktuelles Japanisch-Niveau ist? Fordere gerne einen Test an, wo wir herausfinden, was du bereits kannst. Das ist kostenlos und unverbindlich: schicke mir einfach eine Email an info@japanischlernen.at oder schicke mir eine Nachricht über das Kontaktformular.

Damit 2026 DEIN Japanischlernjahr wird, egal, wo du gerade stehst oder wo du Probleme hast 😊

Danke schön fürs Lesen,

deine Manuela マヌエラ

PS: du möchtest gleich in die japanische Sprache so richtig losstarten – und dabei gleichzeitig herausfinden, wie ich unterrichte? Hole dir meine 5 kostenlosen Anfängervideos oder mein ebenfalls kostenloses 5teiliges Videoset für (leicht) Fortgeschrittene.