Die japanische Sprache – ein kurzer Überblick

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Was es bringt, Japanisch zu lernen

Auf den ersten Blick erscheint die japanische Sprache ganz anders, unlesbar, unlernbar. Japaner behaupten sogar manchmal, man müsse als Japaner geboren werden, um die japanische Sprache richtig sprechen zu können.

Natürlich ist es eine ganz andere Sprache, aber keinesfalls unlernbar. Gerade dadurch, dass sie anders ist, übt sie auf uns einen großen Reiz aus. Wer möchte nicht sagen können, „Ich kann diese Zeichen lesen und verstehen“?

Die japanische Sprache ermöglicht uns auch einen viel besseren Einblick in das Land und die Kultur. Sie lässt uns die Leute dort besser verstehen und hilft uns, mehr zu sein, als nur ein „Ausländer, der nichts versteht“. Sei es beruflich oder privat.

Die Schrift

Um die Sprache wirklich „gscheit“ zu lernen, musst du dich auch mit der Schrift befassen. Jedes weiterführende Lehrbuch setzt nämlich bereits die beiden Silbenschriften „Hiragana“ und „Katakana“ voraus. Diese Schriften besitzen nur eine Aussprache, jedoch keine Bedeutung. Je länger man das Erlernen dieser grundsätzlichen Schriften hinauszögert, desto länger wird es dauern, Fortschritte in der Sprache zu machen. Und dies führt sehr oft dazu, dass Leute die Lust verlieren und aufhören, Japanisch zu lernen.

Klarerweise kanst du dich auch ohne Schrift in Japan verständigen. Die kompliziert aussehenden „Kanji“, die bereits eine Bedeutung in sich tragen, helfen im Alltag aber ungemein. Um dich zurecht finden zu können, z.B. beim Einkaufen oder auf der Bank, bei Visaangelegenheiten und in der Arbeit, sind Kenntnisse der 3 japanischen Schriftsysteme (Hiragana, Katakana, Kanji) unerlässlich.

Die Grammatik

Vieles ist ganz anders im Vergleich zur deutschen Sprache. Die Satzstellung, besonders, dass das Verb am Schluss steht, bedarf etwas Zeit und Übung, um sich daran zu gewöhnen. Andere Punkte, wie etwa, dass es keinen Unterschied zwischen Einzahl und Mehrzahl, kein grammatikalisches Geschlecht bzw. Artikel gibt und das Verb nicht je nach Person dekliniert/verändert werden muss, gibt Hoffnung, dass nicht doch alles von der japanischen Sprache schwer ist. Wunderbar ist auch, dass es nur 2 unregelmäßige Verben gibt.

Die Aussprache

Wir als deutsche Muttersprachler haben es gar nicht so schwer, die japanischen Silben richtig auszusprechen. Nur das „R“ und vielleicht auch das „U“ bedarf etwas Übung. Wichtig sind außerdem ein paar Regeln zur allgemeinen Betonung der Wörter, je nachdem aus wie vielen Silben das Wort besteht.

Das Lernen

Am besten lernst du von Anfang an die Schrift. Am Anfang Hiragana, dann die Katakana. Und lerne mit der Schrift gleich erste Wörter – und da, wo es einfache Zeichen sind – gleich die Kanji dazu. Z.B. die ersten 5 Silben a, i, u, e, o (ja, du hast richtig gelesen, auf Japanisch ist die Reihenfolge der Selbstlaute ein bisschen anders). あ a い i う u え e お o うえ ue (oben, über), das Kanji dafür: 上 (da ist über dem Querstrich etwas), unten (した shita) sieht so aus: 下 da ist etwas unter dem Querstrich.

Z.B. aus: ich esse einen Apfel – machst du: ich esse Sushi. Dann ersetzt du das Verb auch gleich: ich trinke Sake. Nebenbei lernst du, dass du das „ich“ eigentlich gar nicht sagen musst, auch das „du“ beim Satz: trinkst du Sake? ist für Japaner unnötig und klingt unnatürlich, wenn du es verwendest.

Dass die Japaner sich lieber mit dem Namen direkt ansprechen, statt das „du“ oder „Sie“ zu verwenden, scheint erst mal sehr gewöhnungsbedürftig. Und dass der Berg Fuji in Japan Fuji-san genannt wird und nicht wie bei uns Fuji-yama, hat mit den verschiedenen Aussprache-Varianten der sogenannten Kanji (= chinesische Schriftzeichen) zu tun. Und das das san von Fuji-san ein anderes ist als das san, das hinter dem Vor- oder Nachnamen steht (dort bedeutet es nämlich Herr oder Frau), hat damit zu tun, dass es (leider) viele Kanji gibt, die die gleiche Aussprache haben.

Und das beantwortet dir dann auch gleich die Frage, warum es überhaupt noch Kanji gibt, wo man es in Korea ja geschafft hat, eine Schrift nur mit Silben und ohne komplizierte Zeichen zu bilden. Korea war lange Zeit von Japan besetzt, deshalb hatten sie dort die gleiche Schrift – und deshalb können noch viele ältere Koreaner Japanisch. Japanisch kommt (noch) nicht ohne Kanji aus. Ich sehe das aber als keinen Nachteil, die Kanji helfen beim Verstehen eines Textes, auch wenn man die Vokabeln noch nicht gelernt hat. Die einzelnen Teile eines Kanji geben nämlich einen Hinweis auf dessen Bedeutung.

Dass Japanischlernen (und jede andere Sprache auch) besser funktioniert, wenn du regelmäßig lernst und du einen roten Faden hast (und damit weißt, was du wann wie lernen solltest), muss dir klar sein, wenn du bald erst Erfolge erzielen willst. Mehr Tipps zum Japanischlernen hier und im Newsletter.

Ich freue mich, wenn ich dir in Zukunft weiter beim Japanischlernen helfen kann. Z.B. in unseren Kursen in Wien, in den online Kursen, im Newsletter (so versäumst du auf keinen Fall etwas) oder auf Youtube.

Bis bald, Manuela