Erst kürzlich habe ich eine Umfrage auf Facebook gestartet. Mit der Frage: Ein Nativespeaker oder ein deutscher Muttersprachler als Lehrer im Japanischkurs?

Von 246 Stimmen waren 70 % für einen Nativespeaker und 30 % für einen deutschen Muttersprachler.

Was spricht für einen japanischen Nativespeaker und wann ist ein japanischer Muttersprachler einem Nicht-Muttersprachler vorzuziehen? Dieser Beitrag soll zeigen, dass weder der eine noch der andere Lehrer immer die beste Wahl ist. Da sich in der Umfrage ein ziemlich großer Unterschied gezeigt hat, gehe ich in den nächsten Zeilen vermehrt (aber nicht nur) auf die Vorteile eines deutschen Muttersprachlers ein.

Natürlich hat jeder seine eigenen Beweggründe, aber die meisten Leute wollen einen japanischen Muttersprachler, weil sie nichts Falsches lernen wollen. Sie freuen sich auch, endlich mal einen „echten“ Japaner vor sich zu haben.

„Ich möchte nur bei einem Japaner lernen, denn der kann die Sprache 100 %ig richtig.“

Ja, ein Japaner weiß normalerweise, ob der Satz richtig oder falsch ist. Um zu erklären, warum der Satz so richtig ist – dazu braucht es mehr, als nur Muttersprache Japanisch zu haben.

Was der Japaner im Vergleich zu einem deutschsprachigen Sensei nicht kann, ist, sich zu erinnern, wie es ist, Japanisch als Fremdsprache gelernt zu haben. Das hat er nämlich nicht. Wie soll er dir also erklären, wie du dir etwas merken / verstehen sollst, von dem er gar nicht weiß, wie er es sich selbt gemerkt / verstanden hat.

Überlege mal, wenn du jemandem Deutsch beibringen müsstest.

Warum heißt es „ich gehe in DIE Schule“ aber auch „ich bin in DER Schule“? Warum ist umfahren nicht gleich umfahren? -> Bitte umfahren Sie das Hindernis VS Bitte fahren Sie mich nicht um!

Um seine eigene Muttersprache zu unterrichten, braucht es eine Ausbildung dafür sowie auch genügend Erfahrung. Nicht jeder Nativespeaker hat diese Voraussetzungen.

Umgekehrt kann natürlich nicht jeder Deutschsprachige, der Japanisch gelernt hat, gut erklären, geschweige denn die Sprache gut genug.

Was kannst du tun? Frage nach, ob jemand bereits Erfahrung mit der Lehrkraft hat. Versuche Informationen zu bekommen (bei mir kannst du dir den Newsletter holen, meine Erklärvideos auf Youtube schauen oder mir auf Facebook folgen.

Lerntipps?

Welche Lerntipps kannst du als deutscher Muttersprachler einem Japaner geben, damit er sich die 4 Fälle und die Artikel in allen 4 Fällen merkt? Oder wie sich das Verb verändert bei schwachen und starken Verben etc.

Genauso wenig weiß ein Japaner nicht, was besonders schwierig ist, wie man beim Japanischlernen welche Ausnahme/Regel am besten lernt oder was überhaupt für einen deutschen Muttersprachler wie dir eine Besonderheit ist, welche Eselsbrücken und Beispiele Sinn machen und was in welcher Reihenfolge zu lernen ist (und wann du eine Pause brauchst).

Der deutsche Lehrer weiß das aber aus eigener Erfahrung. Er war in genau der gleichen Situation wie du jetzt und weiß deshalb sehr genau, wo Schwierigkeiten lauern und warum du bei gewissen Grammatikpunkten immer wieder Fehler machst. Wahrscheinlich hat er die Fehler anfangs sogar alle selbst gemacht.

Genau aus diesem Grund kann er dir Tipps und Tricks an die Hand geben, die beim ihm funktioniert haben. Hol dir dazu gleich meine besten Lerntipps für Anfänger.

Auf der anderen Seite heißt es nicht, dass jemand, der Japanisch als Zweitsprache gelernt hat, diese so gut kann bzw. sie gut unterrichten kann.

Meine Empfehlung aus persönlicher Erfahrung (und das nicht nur beim Japanischlernen): lerne die Grundlagen der japanischen Sprache von einem deutschen Muttersprachler, der sein Handwerk versteht (zumindest bis A2). Die beste Kombination danach wäre teilweise immer noch, dass ein Deutschsprachiger die Grammatik erklärt und die Übungen usw. von einem Native. Grund: um das Ganze leicht verständlich auf Deutsch erklärt zu bekommen und sicher sein zu können, dass du wirklich alles verstanden hast.

Aber was ist mit der Aussprache? Kann ein deutscher Muttersprachler überhaupt die richtige japanische Aussprache?

Ganz am Anfang ist wie bei jeder anderen Fremdsprache auch die japanische Aussprache nicht so einfach und ich kann mich noch erinnern, wie ich das „sh“ und das japanische r/l geübt habe. Am Anfang war ich verzweifelt, weil ich nicht wusste, was ich mit meinem Mund machen soll. Nach vielem Hören und Nachsprechen wurde es besser. Es hat sicher auch geholfen, dass ich besonders auf die Aussprache achte, egal bei welcher Sprache (ich bin da ein kleiner Mr. Monk – mein japanischer Mann hasst mich manchmal dafür).

Dafür kann ich jetzt meinen Kursteilnehmern genau sagen, wie sie ihren Mund und ihre Zunge bewegen sollen, damit der richtige Laut rauskommt. Zudem habe ich eine wunderbare Methode in meine Kurse eingebaut, die sicherstellt, dass die richtige Aussprache gelernt wird.

Ich hatte aber auch schon den ein oder anderen Japanologen beim Bewerbungsgespräch bei mir, der zwar Japanisch konnte, aber dessen Aussprache nicht nur einen starken Akzent hatte, sondern auch die Wörter falsch ausgesprochen / falsch betont und die Sprachmelodie einfach nicht japanisch war.

Und ja: Schauen von japanischen Filmen/Serien (ja, auch Anime) hilft dir sehr dabei, dich an die japanische Aussprache zu gewöhnen.

Ich will Japanisch in Japan lernen!

Auch das ist keine schlechte Idee. Nur nicht unbedingt von Anfang an. Denn Japaner sprechen (fast) kein Englisch und Deutsch sowieso nicht. Wie soll dir jemand auf Japanisch etwas erklären, wenn du noch gar kein Japanisch kannst?

Genau so ging es mir in meinem ersten Sprachkurs in Japan – obwohl ich bereits vorher 2 Jahre lang in Österreich Japanisch gelernt hatte.

Mein Tipp: lerne die Grundlagen der japanischen Sprache (mindestens das A1 Niveau, besser bis zum A2/B1 Niveau), bevor du einen Kurs in Japan machst. Dadurch kannst du drüben dann viel besser vom auf Japanisch gehaltenen Kurs profitieren!

Und: das hier sind natürlich nur Verallgemeinerungen. Ob ein Lehrer gut ist oder nicht, hängt von seinen Unterrichts-Fähigkeiten und seiner Motivation, dir Japanisch beizubringen, ab. Und natürlich ist es immer gut, sich einen Lehrer auszusuchen, der einem sympathisch ist 🙂

Die Idee für diesen Blogbeitrag kam von https://www.ordcap.de/norwegischlernen-bei-muttersprachler

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